Prof. Dr. Ahmet Özdoğan

Schilddrüsenerkrankungen

Schilddrüsenknoten

TIRADS-Klassifikation, Feinnadelpunktion, Entscheidung zwischen Verlaufskontrolle und Operation.

Medizinisch geprüft vonProf. Dr. Hasan Ahmet Özdoğan, HNO und Kopf-Hals-Chirurgie

Ist jeder Schilddrüsenknoten gefährlich?

Nein. Bei 50–65 % der Erwachsenen lässt sich im Ultraschall ein Schilddrüsenknoten nachweisen; nur 5–10 % sind maligne. Die Risikobewertung erfolgt mittels Ultraschall: Der TIRADS (Thyroid Imaging Reporting and Data System)-Score steuert Verlaufskontrolle oder FNA-Biopsie. TIRADS 1–2: benigne, Verlaufskontrolle ausreichend. TIRADS 3: minimaler Verdacht, Ultraschallkontrolle alle 1–2 Jahre. TIRADS 4–5: verdächtig / hochverdächtig, FNA-Biopsie erforderlich. Biopsieergebnisse werden nach Bethesda klassifiziert; in III/IV (Graubereich) sind molekulare Tests oder eine FNA-Wiederholung möglich. V/VI führt zur Operation.

Aktive Überwachung — eine neue Option

Im klassischen Vorgehen wurden alle Knoten mit „verdächtiger" Zytologie operiert. In den letzten 10 Jahren hat sich die „aktive Überwachung" für kleine (≤1 cm), risikoarme papilläre Mikrokarzinome etabliert: halbjährlicher Ultraschall statt Operation, mit Operation bei Wachstum oder neuen Merkmalen. Die Miyauchi-Serien aus Japan zeigten über 10+ Jahre sichere Ergebnisse.

Die Entscheidung wird gemeinsam getroffen: Patient + Chirurg + Endokrinologe bewerten zusammen die Frage „operieren oder beobachten". Idealer Kandidat für die aktive Überwachung: Tumor ≤1 cm, keine extrathyreoidale Ausbreitung, keine Hochrisikomerkmale, hohe Therapietreue für Langzeit-Follow-up.

Häufig gestellte Fragen

  • Nein. Die Auswahl erfolgt nach TIRADS-Score; typischerweise werden die suspektesten und größten Knoten biopsiert. Bei multinodulärer Struma ist nicht jeder Knoten biopsiepflichtig.

References

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