Schilddrüsenerkrankungen
Hyperthyreose
Morbus Basedow, toxisches Adenom, Thyreoiditis; medikamentöse, Radiojod- und chirurgische Optionen.
Was sind die Ursachen der Hyperthyreose und welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?
Die Hyperthyreose ist ein Zustand mit Überproduktion von Schilddrüsenhormonen. Häufigste Ursachen: Morbus Basedow (autoimmun, 60–80 %), toxische multinoduläre Struma, toxisches Adenom (einzelner hyperaktiver Knoten), subakute Thyreoiditis (transient). Symptome: Gewichtsverlust, Palpitationen, Tremor, Wärmeintoleranz, Schwitzen, Angst, Schlaflosigkeit. Diagnostik: TSH supprimiert, fT4/fT3 erhöht; zur Ätiologie sind TRAk (Basedow), Schilddrüsenszintigraphie (toxisches Adenom vs Basedow) und Ultraschall erforderlich. Behandlungsoptionen: (1) Thyreostatika (Methimazol, Propylthiouracil) — 50 % Basedow-Remission über 18–24 Monate, (2) Radiojodtherapie — dauerhafte Lösung, anschließend Hypothyreose, (3) Operation (totale Thyreoidektomie) — bevorzugt bei großer Struma, Ophthalmopathie, Schwangerschaftsplanung oder Bedarf an schneller Kontrolle.
Therapiewahl: Welche Option für wen?
Thyreostatika: leichte bis mittlere Hyperthyreose, Erstmanifestation, Schwangerschaft oder Schwangerschaftsplanung (PTU im 1. Trimenon, danach Methimazol), Pädiatrie. Vorteil: kann die Drüse erhalten. Nachteil: 50 % Rezidiv, Agranulozytoserisiko (selten), regelmäßiges Monitoring.
Radiojodtherapie (RIT): Mittel der Wahl bei mittelschwerer bis schwerer Erkrankung, medikamentös refraktären oder rezidivierten Fällen. Vorteil: dauerhafte Kontrolle, ambulante Behandlung. Nachteil: Hypothyreose (Substitution nötig), kann die endokrine Orbitopathie verschlechtern, in der Schwangerschaft kontraindiziert.
Operation (totale Thyreoidektomie): kompressive Struma, begleitender verdächtiger Knoten, medikamentenintolerante Schwangere, junge Patienten, die eine RIT ablehnen. Vorteil: rasche Kontrolle, definitive Lösung. Nachteil: chirurgische Risiken (Stimme, Parathyroidea), lebenslange Hormonsubstitution.
Häufig gestellte Fragen
- Meist ja. Mit Behandlung normalisiert sich der Stoffwechsel und das verlorene Gewicht kehrt innerhalb von Monaten zurück. Bei übermäßiger Zunahme helfen Ernährung und Bewegung beim Ausgleich.
- Die Orbitopathie tritt bei 25–30 % der Basedow-Patienten auf. Rauchen verschlechtert sie; ein Rauchstopp ist obligat. RIT kann sie verschlechtern; in solchen Fällen wird oft die Operation bevorzugt. Schwere Verläufe erfordern die enge Zusammenarbeit von Augenarzt und Endokrinologen.
- Typische Dauer bei Basedow: 18–24 Monate. Sind TRAk am Ende negativ und TSH im Normbereich, werden die Medikamente abgesetzt; 50 % erreichen eine dauerhafte Remission. Andere werden auf RIT oder Operation umgestellt.
- Ja, jedoch ist eine Wartezeit von 6 Monaten obligatorisch, bis die Strahlung vollständig eliminiert ist. Bei Männern gilt dieselbe Wartezeit.
- Eine seltene, aber lebensbedrohliche Komplikation der Hyperthyreose: Fieber >38,5 °C, Tachykardie >130, mentale Veränderungen, gastrointestinale Symptome. Sie erfordert eine sofortige stationäre Aufnahme + IV-Thyreostatika + Steroid + Betablocker.
References
Beratung anfragen
Erreichen Sie uns mit Ihren Fragen über WhatsApp oder nutzen Sie das Kontaktformular.