Prof. Dr. Ahmet Özdoğan

Schilddrüsenerkrankungen

Hyperthyreose

Morbus Basedow, toxisches Adenom, Thyreoiditis; medikamentöse, Radiojod- und chirurgische Optionen.

Medizinisch geprüft vonProf. Dr. Hasan Ahmet Özdoğan, HNO und Kopf-Hals-Chirurgie

Was sind die Ursachen der Hyperthyreose und welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Die Hyperthyreose ist ein Zustand mit Überproduktion von Schilddrüsenhormonen. Häufigste Ursachen: Morbus Basedow (autoimmun, 60–80 %), toxische multinoduläre Struma, toxisches Adenom (einzelner hyperaktiver Knoten), subakute Thyreoiditis (transient). Symptome: Gewichtsverlust, Palpitationen, Tremor, Wärmeintoleranz, Schwitzen, Angst, Schlaflosigkeit. Diagnostik: TSH supprimiert, fT4/fT3 erhöht; zur Ätiologie sind TRAk (Basedow), Schilddrüsenszintigraphie (toxisches Adenom vs Basedow) und Ultraschall erforderlich. Behandlungsoptionen: (1) Thyreostatika (Methimazol, Propylthiouracil) — 50 % Basedow-Remission über 18–24 Monate, (2) Radiojodtherapie — dauerhafte Lösung, anschließend Hypothyreose, (3) Operation (totale Thyreoidektomie) — bevorzugt bei großer Struma, Ophthalmopathie, Schwangerschaftsplanung oder Bedarf an schneller Kontrolle.

Therapiewahl: Welche Option für wen?

Thyreostatika: leichte bis mittlere Hyperthyreose, Erstmanifestation, Schwangerschaft oder Schwangerschaftsplanung (PTU im 1. Trimenon, danach Methimazol), Pädiatrie. Vorteil: kann die Drüse erhalten. Nachteil: 50 % Rezidiv, Agranulozytoserisiko (selten), regelmäßiges Monitoring.

Radiojodtherapie (RIT): Mittel der Wahl bei mittelschwerer bis schwerer Erkrankung, medikamentös refraktären oder rezidivierten Fällen. Vorteil: dauerhafte Kontrolle, ambulante Behandlung. Nachteil: Hypothyreose (Substitution nötig), kann die endokrine Orbitopathie verschlechtern, in der Schwangerschaft kontraindiziert.

Operation (totale Thyreoidektomie): kompressive Struma, begleitender verdächtiger Knoten, medikamentenintolerante Schwangere, junge Patienten, die eine RIT ablehnen. Vorteil: rasche Kontrolle, definitive Lösung. Nachteil: chirurgische Risiken (Stimme, Parathyroidea), lebenslange Hormonsubstitution.

Häufig gestellte Fragen

  • Meist ja. Mit Behandlung normalisiert sich der Stoffwechsel und das verlorene Gewicht kehrt innerhalb von Monaten zurück. Bei übermäßiger Zunahme helfen Ernährung und Bewegung beim Ausgleich.

References

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