Prof. Dr. Ahmet Özdoğan

Schilddrüsenerkrankungen

Hashimoto-Thyreoiditis

Diagnose, Monitoring und Levothyroxin-Management bei autoimmuner Hypothyreose sowie häufige Ernährungsirrtümer.

Medizinisch geprüft vonProf. Dr. Hasan Ahmet Özdoğan, HNO und Kopf-Hals-Chirurgie

Was ist Hashimoto-Thyreoiditis und gibt es eine Behandlung?

Die Hashimoto-Thyreoiditis ist eine Autoimmunerkrankung, die die Schilddrüse betrifft. Das Immunsystem erkennt Schilddrüsenzellen als fremd und greift sie mit Anti-TPO- und Anti-Tg-Antikörpern an; mit der Zeit entstehen Fibrose und Hypothyreose. Symptome: Müdigkeit, Gewichtszunahme, Verstopfung, Kälteempfindlichkeit, Haarausfall, „Brain Fog", depressive Verstimmung. Diagnose: TSH erhöht, fT4 erniedrigt, Anti-TPO/Anti-Tg positiv. Behandlung: lebenslange Levothyroxin (T4)-Substitution — Dosis nach Körpergewicht, Alter und Herzgesundheit titriert. Eine „Heilung" gibt es nicht, doch mit korrekter Substitution führen Patienten ein völlig normales Leben. Die Evidenz für Jod-Restriktion und glutenfreie Ernährung ist begrenzt; ohne spezifische medizinische Indikation nicht empfohlen.

Lebensstil und Ernährung — was sagt die Evidenz?

In sozialen Medien wird eine „glutenfreie, milchfreie, sojafreie Hashimoto-Diät" beworben. Die klinische Evidenz ist begrenzt: Ohne Zöliakie verändert eine Glutenrestriktion Antikörperspiegel oder Symptome nicht wesentlich. Ein individueller Versuch ist möglich; zeigt sich nach 3–6 Monaten konsequenter Anwendung kein klarer Nutzen, ist eine Fortsetzung nicht notwendig.

Eine Selen-Supplementierung (200 µg/Tag) senkt in einigen Studien die Anti-TPO-Antikörper; der klinische Nutzen ist weiterhin umstritten. Vitamin-D-Mangel ist häufig — eine Substitution wird empfohlen. Eine übermäßige Jodzufuhr (Eier, Meeresfrüchte, jodiertes Salz) kann Hashimoto verschlechtern; ein nicht übertriebener Konsum ist ausreichend.

Häufig gestellte Fragen

  • Zuerst TSH prüfen — liegt es im optimalen Bereich (idealerweise 0,5–2,5 mIU/L), andere Ursachen abklären: B12-Mangel, Eisenmangel, Vitamin-D-Mangel, Depression, Schlafapnoe.

References

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