Otologie
Hörverlust
Schallleitungs- und sensorineuraler Hörverlust — Diagnostik, Hörgeräte und Cochlea-Implantate.
Welche Arten von Hörverlust und moderne Therapieoptionen gibt es?
Hörverlust wird in drei Formen eingeteilt: (1) Schallleitungsstörung — aus Außen-/Mittelohrproblemen (Otitis media, Otosklerose, Perforation, Cerumen); oft medikamentös oder chirurgisch korrigierbar; (2) sensorineural — Innenohr- oder Hörnervproblem (altersbedingt, lärmbedingt, Akustikusneurinom, ototoxische Medikamente); dauerhaft, mit Hörgeräten oder Cochlea-Implantaten versorgt; (3) kombiniert — beide. Diagnose durch Audiometrie; Tympanometrie beurteilt die Mittelohrfunktion, OAE die Innenohrfunktion. Bei leichter-mittelgradiger Hörminderung Hörgerät; bei hochgradigem-an Taubheit grenzendem sensorineuralem Verlust (>70 dB) Cochlea-Implantat-Abklärung. Eine frühe Behandlung ist entscheidend, um Hörbahnen zu erhalten und das mit sozialer Isolation verbundene Demenzrisiko zu senken.
Chirurgische Therapieoptionen
Bei Schallleitungsstörungen: Tympanoplastik bei Trommelfellperforation (85–90 % Erfolg); Stapedektomie/Stapedotomie bei Otosklerose (>90 % Erfolg); Paukenröhrchen bei anhaltendem Mittelohrerguss (besonders pädiatrisch); Mastoidektomie bei Cholesteatom.
Bei sensorineuraler Schwerhörigkeit: Cochlea-Implantat bei Erwachsenen und Kindern mit hochgradigem bis an Taubheit grenzendem Hörverlust. CROS-Hörgerät oder BAHA (knochenverankertes Hörgerät) bei einseitiger Taubheit. Eine erfolgreiche CI-Kandidatur erfordert eine multidisziplinäre Evaluation (HNO + Audiologe + Logopäde + Radiologe).
Häufig gestellte Fragen
- Nein — im Gegenteil. Eine angepasste Verstärkung erhält die Hörbahnen durch Stimulation. Die indirekte Gefahr: Kein Hörgerät beschleunigt die Degeneration der kortikalen Hörbahnen.
- Das Neugeborenen-Hörscreening (BERA/OAE) ist Standard für alle Babys. Danach: mit 6 Monaten Drehen zum Geräusch, mit 12 Monaten einfaches Wortverständnis, mit 18–24 Monaten 50+ Wörter. Bei Zweifeln pädiatrische Audiometrie.
- Typischerweise in den 50ern im Hochfrequenzbereich. 30 % der Erwachsenen über 65 haben einen klinisch relevanten Hörverlust. Frühe Hörgeräteanwendung reduziert soziale Isolation und Demenzrisiko.
- 2–3 Stunden in Allgemeinanästhesie, 3–4 cm postaurikulärer Schnitt, 1 Nacht stationär. Das Gerät wird 4 Wochen später aktiviert; die Rehabilitation (Logopädie) dauert 6–12 Monate.
- Fixation des Steigbügels im Mittelohr, die zur Schallleitungsschwerhörigkeit führt. Stapedektomie/Stapedotomie (Ersatz des Steigbügels durch eine Titanprothese) erzielt >90 % Erfolg.
References
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