Laryngologie
Dysphagie (Schluckstörung)
Schluckevaluation (FEES, VFSS), Therapie und Rehabilitationsplan.
Wann ist eine Dysphagie ein ernstes Problem?
Dysphagie ist die Schwierigkeit, flüssige oder feste Nahrung vom Mund in den Magen zu transportieren. Vorübergehende Dysphagie (akute Tonsillitis, virale Infektion) ist häufig und selbstlimitierend. Dysphagie, die jedoch länger als 2 Wochen besteht, zu Gewichtsverlust führt oder Aspirationszeichen (Husten, Stimmveränderung, rezidivierende Pneumonie) aufweist, erfordert eine erweiterte Abklärung. Ursachen: oropharyngeal (Schlaganfall, nach Kopf-Hals-Operation, Demenz), ösophageal (Reflux, Achalasie, Striktur, Karzinom), neurologisch (Morbus Parkinson, multiple Sklerose, ALS). Diagnostik: FEES (fiberendoskopische Schluckuntersuchung) — endoskopische Schluckdarstellung; VFSS (Videofluoroskopische Schluckstudie) — Fluoroskopie mit Kontrastmittel. Die Behandlung wird ursachenspezifisch individualisiert.
Therapieansätze
Konservativ: Zungen- und Kopfübungen durch den Schlucktherapeuten, Dilatation (bei pharyngealer Striktur), Anpassung der Nahrungskonsistenz (dickflüssige Flüssigkeiten, weiche Kost), Positionierungstechniken (Chin Tuck, Head Turn). Die Zusammenarbeit von Diätologie + Logopädie + HNO reicht in den meisten Fällen aus.
Chirurgisch: Ballondilatation bei Ösophagusstriktur; Heller-Myotomie oder perorale endoskopische Myotomie (POEM) bei Achalasie; Divertikulektomie beim Zenker-Divertikel; pharyngeale Chirurgie nach Kopf-Hals-Tumoren. In schweren neurologischen Fällen Ernährung über perkutane endoskopische Gastrostomie (PEG).
Häufig gestellte Fragen
- Schluckschmerzen (Odynophagie) entstehen meist durch Infektionen (Pharyngitis, Tonsillitis) oder Reflux. Anhaltende einseitige Odynophagie + Gewichtsverlust + Raucher-/Alkoholanamnese rechtfertigen jedoch eine Tumorabklärung.
- Nein. Ein dünnes fiberoptisches Endoskop wird durch das Nasenloch eingeführt; ein Lokalanästhetikum-Spray wird verwendet. 5–10 Minuten. Der Patient wird mit verschiedenen Nahrungskonsistenzen während des Schluckens getestet.
- PPI (Protonenpumpenhemmer) für 8–12 Wochen + Lebensstilmodifikation (keine späten Mahlzeiten, Kopfhochlagerung, Gewichtsabnahme, Vermeidung triggernder Nahrungsmittel). Bei Stenose ergänzend endoskopische Dilatation.
- Akutphase: Sondenernährung über nasogastrale Sonde + 2–3 tägliche Schlucktherapiesitzungen. Chronische Phase: Konsistenzanpassung, Positionierungstechnik, Diätschulung. 70–80 % kehren bis 6 Monate zur oralen Ernährung zurück.
- Mangelhafte Erschlaffung des unteren Ösophagussphinkters, was zu Nahrungsretention im Ösophagus führt. Behandlung: pneumatische Dilatation, Heller-Myotomie oder POEM (perorale endoskopische Myotomie).
References
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