Laryngologie
Reflux-Laryngitis (LPR)
HNO-Manifestationen des laryngopharyngealen Refluxes, diagnostischer Algorithmus und Therapieoptionen.
Was ist Reflux-Laryngitis (LPR) und wie wird sie erkannt?
Der laryngopharyngeale Reflux (LPR) ist der Rückfluss von Mageninhalt (Säure + Pepsin) über den Ösophagus hinaus bis zum Larynx. Er unterscheidet sich vom klassischen gastroösophagealen Reflux (GERD) — statt Sodbrennen sind Globusgefühl, chronischer Husten, morgendliche Heiserkeit, häufiges Räuspern und das Gefühl postnasaler Sekretion typisch. Die Diagnose kombiniert klinischen Verdacht + RFS (Reflux Finding Score) + RSI (Reflux Symptom Index); bei Bedarf wird eine 24-Stunden-pH-Impedanz-Messung ergänzt. Therapie: PPI (Protonenpumpenhemmer) für 8–12 Wochen + Lebensstilmodifikation (kein spätes Abendessen, Kopfhochlagerung, Gewichtsabnahme, Elimination triggernder Nahrungsmittel). H2-Blocker, Alginate und selten Antirefluxchirurgie (Nissen-Fundoplikatio) sind Optionen bei refraktären Fällen.
Lebensstilmodifikation — die Basis der Therapie
PPI allein reicht nicht aus; ohne Lebensstilmodifikation liegt das Rezidiv über 50 %. Kernregeln: mindestens 3 Stunden vor dem Schlafen essen beenden; den Kopf 15–20 cm hochlagern (Bett am Kopfende anheben, nicht nur Keilkissen); Gewichtsabnahme (BMI <25); Rauchstopp; Alkohol und Koffein einschränken; triggernde Nahrungsmittel (scharf, sauer, Schokolade, Minzprodukte, Zwiebel, Knoblauch) meiden.
Triggernahrungsmittel sind individuell unterschiedlich; ein 2–3-wöchiges Ernährungstagebuch zeigt, welche Speisen Beschwerden auslösen.
Häufig gestellte Fragen
- Bei den meisten sicher. Eine Langzeitanwendung wurde mit geringen Effekten auf Knochendichte, B12-Resorption und Darmflora in Verbindung gebracht; ein "Step-down"-Ansatz (zur niedrigsten wirksamen Dosis) ist nach 12 Monaten zu bevorzugen.
- Zuerst Adhärenz prüfen: PPI sollte einmal täglich nüchtern eingenommen werden (30 Minuten vor dem Frühstück). Doppelte Tagesdosis oder eine andere PPI-Klasse wird versucht; bei refraktären Fällen 24-Stunden-pH-Impedanz-Messung + ggf. Antirefluxchirurgie.
- Unbehandelter LPR lässt die Stimmlippen ödematös und granulomatös zurück; chronische Fälle erhöhen das Risiko einer subglottischen Stenose oder eines Larynxkarzinoms. Eine frühzeitige Behandlung verhindert dauerhafte Schäden.
- Reflux entsteht nicht nur durch Übergewicht; auch Hiatushernie, schwacher unterer Ösophagussphinkter und Magenmotilitätsstörungen verursachen ihn. Eine Endoskopie klärt die Diagnose.
- Ja. Bei Kindern kann LPR als rezidivierende Otitis media, chronischer Husten, Heiserkeit oder Fütterungsstörung auftreten. Gemeinsame Bewertung von Kindergastroenterologe + HNO.
References
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