HNO- und Kopf-Hals-Chirurgie
Schlafapnoe und Schnarchen
OSAS-Diagnose, CPAP-Management, intraorale Schienen und chirurgische Optionen — mit Fokus auf Tagesschläfrigkeit, Komorbiditätsrisiko und Lebensqualität.
Was ist Schlafapnoe und wann sollte sie abgeklärt werden?
Die obstruktive Schlafapnoe (OSAS) ist eine Erkrankung mit wiederholten Kollapsen der oberen Atemwege im Schlaf, begleitet von Sauerstoffabfällen und Weckreaktionen. Lautes Schnarchen, beobachtete Atempausen, morgendliche Kopfschmerzen, Tagesschläfrigkeit und Konzentrationsstörungen sind Leitsymptome. Goldstandard der Diagnostik ist die Polysomnographie; der Apnoe-Hypopnoe-Index (AHI) bestimmt den Schweregrad. Das Therapiespektrum reicht von CPAP über intraorale Schienen und Gewichtsmanagement bis hin zur Chirurgie der oberen Atemwege (UPPP, Hypoglossus-Nerv-Stimulation). Unbehandelte OSAS erhöht das Risiko für Hypertonie, Vorhofflimmern, Schlaganfall und metabolisches Syndrom.
Diagnose und Schweregrad
Bei hohem klinischen Verdacht bestätigt die Polysomnographie (PSG) die Diagnose. Leichte OSAS: AHI 5–15. Mittelschwer: 15–30. Schwer: >30. Begleitend erfolgt eine Beurteilung der oberen Atemwege (Mallampati-Score, mandibuläre Retrognathie, Tonsillenhypertrophie), die über die Eignung für eine Operation entscheidet.
Als Alternative zur PSG kommt die ambulante Schlafapnoetestung (HSAT) bei ausgewählten Fällen mittlerer bis hoher Wahrscheinlichkeit zum Einsatz. Bei Verdacht auf begleitende Parasomnien oder periodische Beinbewegungen ist die PSG vorzuziehen.
Therapieoptionen
CPAP (continuous positive airway pressure) ist der Goldstandard; bei konsequenter Anwendung normalisiert sie den AHI nahezu. Bei mangelnder Adhärenz sind Unterkiefer-Protrusionsschienen (wirksam bis mittlere Schwere), Gewichtsmanagement, Lagerungstherapie und chirurgische Optionen zu prüfen.
Chirurgische Optionen: Tonsillektomie (große Tonsillen), Uvulopalatopharyngoplastik (UPPP), Nasenchirurgie (begleitende Obstruktion) und Hypoglossus-Nerv-Stimulation (Inspire) bei fortgeschrittenen Fällen. Eine multidisziplinäre Beurteilung im Schlaflabor wird zum Standard.
Häufig gestellte Fragen
- Nein. Einfaches Schnarchen (ohne Apnoen) ist häufig und bedarf nicht zwingend einer Behandlung. Bei starkem Schnarchen mit beobachteten Atempausen oder Tagesschläfrigkeit ist jedoch eine Polysomnographie indiziert.
- Ja. Unterkiefer-Protrusionsschiene (bis mittlere Schwere), Lagerungstherapie, Gewichtsmanagement, Chirurgie der oberen Atemwege. Zuerst sollte die Ursache der mangelnden Adhärenz (Maskentyp, Druck-Titration) optimiert werden.
- Ja. Bei Kindern ist die adenotonsilläre Hypertrophie die häufigste Ursache. Die Adenotonsillektomie ist in 70–80 % der pädiatrischen OSAS kurativ.
- Anatomische Ursachen sind dauerhaft; mit Behandlung (CPAP, Chirurgie) lassen sich die Symptome kontrollieren. Deutlicher Gewichtsverlust kann eine OSAS bei manchen Patienten beheben.
- Ein Teil der OSAS-assoziierten therapieresistenten Hypertonie bessert sich unter CPAP. Die allgemeine Hypertoniebehandlung sollte fortgeführt werden.
References
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