Prof. Dr. Ahmet Özdoğan

Kopf-Hals-Onkologie

Schilddrüsenkrebs

Moderne Versorgung beim Schilddrüsenkrebs — risikobasierte chirurgische Planung, Nervenerhalt und langfristige Nachsorge.

Medizinisch geprüft vonProf. Dr. Hasan Ahmet Özdoğan, HNO und Kopf-Hals-Chirurgie

Wie häufig ist Schilddrüsenkrebs und wie ist die Prognose?

Schilddrüsenkrebs gehört bei Frauen zu den am schnellsten zunehmenden Krebsarten. Papillärer Typ 85–90 %; follikulär 5–10 %; medullär 3–5 %; anaplastisch 1–2 %. Beim papillären und follikulären Schilddrüsenkarzinom liegt das 10-Jahres-Gesamtüberleben bei über 95 %; mit angemessener Operation und ggf. Radiojodtherapie erreichen die meisten Patienten ein kuratives Ergebnis. Das medulläre Karzinom ist in 25 % familiär (RET-Protoonkogen). Das anaplastische Karzinom ist selten, aber aggressiv; eine multidisziplinäre Versorgung ist entscheidend. Ein routinemäßiges Screening auf Schilddrüsenkrebs wird nicht empfohlen; bei asymptomatischen Personen ohne Risikofaktoren ist es nicht Standard.

Diagnostischer Pfad

Vorgehen: Ultraschall → TIRADS-Klassifikation → FNA verdächtiger Knoten → Zytologie (Bethesda-Kategorie) → bei Bedarf molekulare Tests (Afirma, ThyGeNEXT). Knoten mit Bethesda V (malignitätsverdächtig) und VI (maligne) werden operiert.

Laterale Halslymphknoten werden mittels Ultraschall + ggf. FNA beurteilt. Eine Thyreoglobulin-Auswaschung aus der FNA hilft bei der Bewertung eines Lymphknotenbefalls. Die Fernmetastasenabklärung erfolgt in Hochrisikofällen mittels PET-CT oder Ganzkörperszintigraphie.

Operation und Nachsorge

Bei papillärem Niedrigrisiko-Mikrokarzinom (≤1 cm) kann eine Lobektomie ausreichen. Bei Hochrisikofällen (>4 cm, extrathyroidale Ausbreitung, Lymphknotenbefall) ist die totale Thyreoidektomie + zentrale Halsdissektion Standard. Eine laterale Halsdissektion wird ergänzt, wenn Lymphknoten klinisch oder bildgebend positiv sind.

Eine postoperative Radiojodtherapie wird 4–6 Wochen später bei ausgewählten Hochrisikofällen verabreicht. Die TSH-Suppression (aggressiv bei jüngeren, mild bei älteren Patienten) erfolgt durch Levothyroxin-Titration. Nachsorge: Thyreoglobulin, Antithyreoglobulin-Antikörper, Hals-Ultraschall — in den ersten 2 Jahren alle 6 Monate, danach jährlich.

Häufig gestellte Fragen

  • Bei Bethesda V oder VI ist eine Operation indiziert. In Graubereichsfällen (Bethesda III/IV) sind molekulare Tests oder eine erneute FNA Optionen. „Aktive Überwachung" kann eine Alternative bei kleinen (≤1 cm) Niedrigrisiko-Mikrokarzinomen sein.

References

Beratung anfragen

Erreichen Sie uns mit Ihren Fragen über WhatsApp oder nutzen Sie das Kontaktformular.

Auf WhatsApp schreibenAnrufen