Kopf-Hals-Onkologie
Mundhöhlenkrebs
Chirurgische Resektion und Rekonstruktion bei Karzinomen der Zunge, des Zungengrundes, des Mundbodens, der Lippe und der Wangenschleimhaut.
Wie wird Mundhöhlenkrebs erkannt und behandelt?
Mundhöhlenkrebs umfasst Tumoren von der Lippe bis zum harten Gaumen, den vorderen 2/3 der Zunge, dem Mundboden und der Wangenschleimhaut. Häufigstes Symptom ist ein nicht heilendes orales Ulkus, das länger als 3 Wochen besteht; Schmerzen, Kau-/Schluckbeschwerden, Blutungen und eine zervikale Lymphknotenmasse können folgen. Risikofaktoren: Rauchen, Alkohol, Betel-/Quid-Konsum (Asien), HPV (zunehmend bei jüngeren Patienten). Die Diagnose erfolgt durch Inzisionsbiopsie + MRT/PET-CT-Staging. Behandlung: T1–T2-Frühtumor — chirurgische Resektion (allein kann ausreichen); T3–T4 — Operation + Halsdissektion + postoperative Radiotherapie (ggf. Chemotherapie). 5-Jahres-Gesamtüberleben: Frühstadium 80 %+, fortgeschritten 40–60 %.
Prinzipien der chirurgischen Resektion
Standard ist die Resektion des Tumors + 1 cm gesundes umgebendes Gewebe. An der Zunge erfolgt eine partielle Glossektomie (Entfernung eines Teils der Zunge), am Mundboden eine randkontrollierte Resektion, an der Wangenschleimhaut eine Vollwandresektion. Eine Halsdissektion wird ergänzt, wenn die Halslymphknoten klinisch oder radiologisch positiv sind; bei T2+-Tumoren ist die elektive Halsdissektion auch bei klinisch negativen Befunden üblich.
Rekonstruktion nach Resektion: Primärverschluss bei kleinen Defekten, lokaler Lappen bei mittleren Defekten, mikrovaskulärer freier Lappen bei großen Defekten (am häufigsten Radialis- oder anterolateraler Oberschenkellappen). Ziel der Rekonstruktion ist der größtmögliche Erhalt von Sprache, Kaufunktion und Schlucken.
Häufig gestellte Fragen
- Eine HNO- oder Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie-Untersuchung ist notwendig. Ein nicht heilendes Ulkus gilt als maligne, bis das Gegenteil bewiesen ist; eine Inzisionsbiopsie klärt die Diagnose.
- Ja. HPV-assoziierte Mundhöhlenkarzinome nehmen bei jüngeren, nicht rauchenden Patienten zu. Genetische Veranlagung sowie Betel-/Quid-Konsum sind ebenfalls Risikofaktoren.
- Nach kleinen Zungenresektionen kehren die meisten Patienten innerhalb von Wochen zu einer fast normalen Sprache zurück. Nach ausgedehnten Resektionen ist eine logopädisch geleitete Rehabilitation entscheidend.
- Ja — sie verhindert HPV-assoziierte Mundhöhlenkrebse weitgehend. CDC und ECDC empfehlen die HPV-Impfung für junge Personen (empfohlenes Alter 9–26).
- Bei Patienten, die für eine Radiotherapie vorgesehen sind, ist eine präoperative zahnärztliche Untersuchung Standard. Karies und verdächtige Zähne werden vor der Bestrahlung extrahiert, um das Risiko einer Osteoradionekrose zu vermeiden.
References
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