Kopf-Hals-Onkologie
Kehlkopfkrebs
Stimmerhaltende Chirurgie in frühen Stadien; totale Laryngektomie und Rehabilitation bei fortgeschrittener Erkrankung.
Was sind die Symptome von Kehlkopfkrebs und wie ernst ist er?
Kehlkopfkrebs ist der Oberbegriff für Tumoren, die von der Schleimhaut des Kehlkopfes (Stimmorgan) ausgehen. Häufigstes Erstsymptom ist eine Heiserkeit, die länger als 2 Wochen anhält; in fortgeschrittenen Stadien kommen Schluckstörungen, übertragene Ohrenschmerzen, Hämoptyse und Atemnot hinzu. Risikofaktoren sind Rauchen und Alkohol; die HPV-Assoziation ist geringer als beim Oropharynxkarzinom. Eine frühe Diagnose ist entscheidend: Bei T1–T2-Tumoren erreicht die transorale Laser-Mikrochirurgie oder Radiotherapie ein Überleben von 85–95 % bei nahezu normaler Stimme. Bei T3–T4 ist eine Radiochemotherapie oder totale Laryngektomie erforderlich; Überleben 50–70 %.
Behandlungsoptionen
Frühstadium (T1–T2): transorale Laser-Mikrochirurgie (TLM) oder alleinige Radiotherapie. TLM ist in einer einzigen Sitzung kurativ; die Radiotherapie erfordert eine tägliche Bestrahlung über 6 Wochen. Die Stimmergebnisse sind mit beiden Techniken ausgezeichnet.
Fortgeschrittenes Stadium (T3–T4): organerhaltende Radiochemotherapie (Radiotherapie + Cisplatin) kann erste Wahl sein; bei Versagen erfolgt eine Salvage-Operation (Salvage-Laryngektomie). In einigen Fällen wird direkt eine primäre totale Laryngektomie + Halsdissektion + postoperative Radiotherapie geplant. Die Entscheidung erfolgt multidisziplinär im Tumorboard.
Rehabilitation nach Laryngektomie: tracheoösophageale Stimmprothese (am häufigsten), Elektrolarynx, Ösophagusstimme. Der Logopäde spielt eine entscheidende Rolle; die meisten Patienten erreichen in 4–6 Wochen eine verständliche Sprache.
Häufig gestellte Fragen
- Eine Heiserkeit von mehr als 2 Wochen (besonders bei Rauchern ab 50 Jahren) erfordert eine Kehlkopfuntersuchung. Eine endoskopische Beurteilung des Kehlkopfes + ggf. Stroboskopie ist Standard.
- Das Risiko sinkt, wird aber nicht null — es nähert sich nach etwa so vielen Jahren wie der bisherigen Rauchdauer dem Ausgangswert. Eine jährliche HNO-Kontrolle für 10 Jahre nach Beendigung wird empfohlen.
- Im Hals wird ein Tracheostoma angelegt. Der Patient atmet direkt durch das Stoma — nicht mehr durch Nase oder Mund. Ein Wärme- und Feuchtigkeitsfilter unterstützt.
- Ja — beide nehmen ab, weil keine Luft mehr durch die Nase strömt. Eine teilweise Kompensation ist über die „Polite-Yawning"-Technik möglich.
- Kehlkopfkrebs ist im Allgemeinen nicht familiär. Die wichtigsten Risikofaktoren sind Rauchen und Alkohol. Auch bei positiver Familienanamnese richtet sich die Primärprävention darauf.
References
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